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14 Dec 2015

arvato im Gespräch: 25 Experten, 25 Einsatzmöglichkeiten für Storytelling in Corporate Blogs – unser 2015 Rückblick

Brauchen B2B-Unternehmen wie arvato überhaupt ein eigenes Blog? Welche Themen und Inhalte machen ein Corporate Blog interessant für den Leser?  Und was bedeutet eigentlich „digitale Transformation“?

Um auf diese und andere Fragen rund um das Thema Corporate Storytelling eine Antwort zu finden, haben wir über das ganze Jahr hinweg Blogger, Social Media Redakteure und andere Storytelling-Experten interviewt.

Jan Westerbarkey über Corporate Blogs und offene FirmenkulturLos ging’s im Februar mit Jan Westerbarkey, dem CEO der Westaflex Holding, dessen wx Blog zu einem sehr erfolgreichen B2B-Blog herangewachsen ist. Seiner Meinung nach werden “Informationen von Menschen für Menschen gemacht; Meinungen entstehen zwischenmenschlich. Insofern kann man ein Blog quasi als Forum verstehen, um Dialoge mit Experten und Praktikern weltweit multimedial führen.” Doch heißt das auch, dass ein B2B-Unternehmen zwangsläufig über ein eigenes Blog verfügen muss?

Gründe, die für ein Corporate Blog sprechen

Wir sprachen dazu mit Gero Hesse, der seit Juli 2014 zusammen mit Stefan Postler die Geschäfte der Medienfabrik, der Marketing- und Kommunikationsagentur im arvato Verbund, führt. Hesse sagte im Gespräch, ein Blog eröffne andere Perspektiven und die Möglichkeit der Multiplikation. Gerade als B2B-Unternehmen steht man vor der Herausforderung, dass die eigene Marke außerhalb der eigenen Branche oft nicht so bekannt ist. Die Steigerung der Markenbekanntheit, der Aufbau von Relevanz bei Zielgruppen, z.B. Investoren oder potentielle Mitarbeiter, und das Besetzen von Themenschwerpunkten der jeweiligen Branche sind wichtige Gründe für ein Blog. Ein Corporate Blog sollte dabei Themen transportieren, die für das entsprechende Unternehmen, seine Kunden, Mitarbeiter und Provider sowie die gesamte Branche des Unternehmens relevant sind.

Eva-Maria Faltermeier_Im Blog ist man einfach unabhängiger_previewEva Maria Faltermeier, die das B2B-Blog der Krones AG ins Leben gerufen hat, wies außerdem darauf hin, dass der Edge-Rank es B2B-Kanälen erschwert, im Web 2.0 sichtbar zu sein. Das ist beispielsweise auf Facebook sehr deutlich zu beobachten. Mit einem eigenen Blog hingegen ist man einfach unabhängiger. Man kann die Themen aufgreifen, die z.B. für das Employer Branding als wichtig erachtet werden und diese nach außen transportieren. Der Leser selbst kann dann entscheiden, ob er das interessant findet oder nicht. Mit einem Blog lässt sich ein wesentlich größerer Tiefgang in den eigenen Geschichten erreichen als in einem Facebook-Post (Stichwort Storytelling). Für sie ist ein Blog demzufolge ein logischer Lückenschluss.

Welche Themen und Inhalte machen ein Corporate Blog interessant?

Magnus Kleditzsch ist Social Media Manager bei Vodafone DeutschlandIn erster Linie müssen die Inhalte relevant und sinnvoll sein, sagen unsere Experten. Magnus Kleditzsch, Social Media Manager bei Vodafone Deutschland, formuliert es folgendermaßen: „Die ultimative Antwort lautet Relevanz. Eigentlich ein Unwort, vielleicht sollte man eher einen Neologismus schaffen: Interessanz!“ Das Vodafone Blog Featured arbeitet nach der klassischen Nachrichtenwerttheorie und versucht, Inhalte aktuell, interessant und authentisch aufzubereiten. Am Ende stehen dann aber keine Produkte von Vodafone, sondern Erlebnisse und Emotionen aus ihrer Themenwelt. Besonders stolz ist Magnus auf das Format „Gadget Inspectors“, das sie mit den Rocketbeans aus Hamburg umsetzen. Bei diesem Format werden Gadgets vorgestellt, die Vodafone gar nicht selbst vertreibt.

Mehrwert und Wissen durch gute Geschichten und Fakten vermitteln

Jennifer Dreher, PR- & Social-Media-Referentin, und Jörg Wassink, Head of PR & Social Media, bei der Sage Software GmbH in Frankfurt am Main, knüpfen daran an und ergänzen, dass Inhalte, die einen echten Nutzwert für den Leser bringen und ihm idealerweise sogar Wissen vermitteln, immer gut ankommen. Sehr gute Resonanz erhalten sie z.B. auf ihre Video-Blogreihe „Nachgefragt“, in der Experten versuchen, schwierige Sachverhalte einfach darzustellen. Hier beantworten sie Fragen wie „Was ist CRM?“ oder „Was ist ERP?“ und erklären dabei die Vielzahl an Akronymen, die die IT-Branche so prägen, gleich mit.

Was nach der Erfahrung von Mike Schnoor, Senior Partner von Guts & Glory, der Manufaktur für die Digitalisierung von Marken, Unternehmen und Institutionen, immer gut funktioniere, seien Zahlen, Daten und Fakten sowie Ergebnispräsentationen. Wenn ein Unternehmen ein Projekt startet und nach einigen Wochen die bisher erreichten Ergebnisse beschreibt, z.B. eine Steigerung des Umsatzes um 20 Prozent dank Maßnahme X oder eine Erhöhung der Conversion Rate um zehn Prozent dank Maßnahme Y, dann sind solche Best Practise Cases aus den eigenen vier Wänden mit interessanten Wachstumswerten gern konsumierter Lesestoff.

Digitale Transformation bedeutet Grenzen und Hierarchien aufzubrechen

Bei der Digitalen Transformation geht es um den Zusammenhang von verfügbarer Technologie, User-Verhalten und Adaption der Technologie durch Unternehmen.

Für Ira Reckenthäler, Chief Marketing Officer & Partner bei wildcard communications GmbH, bedeutet die digitale Transformation zu nutzen, die alten Grenzen extern zwischen Marke und Konsumenten und innerhalb der Unternehmen zwischen Hierarchien und Bereichen aufzubrechen.

Dr. Martin Oetting, zuständig für die strategische Kundenberatung bei trnd und Geschäftsführer des italienischen trnd Büros, gibt ein Beispiel für diesen Ansatz. Seine Arbeit bei trnd mit Multiplikatoren, Botschaftern, oder auch im kollaborativen Sinne mit Konsumenten als Mitwirkenden in einem Marketingprozess, wäre nämlich nicht auf dem Niveau zu leisten, auf dem sie es tun, wenn sie die Möglichkeiten, die das Web bietet, nicht nutzen könnten. Der Aspekt der persönlichen Bindung ist für ihn sehr wichtig. Und diese Bindung konnten Großkonzerne bisher selten nutzen. Mit dem Web und sozialen Netzwerken können Unternehmen jedweder Größe nun aber mit ihren Kunden ins Gespräch kommen. Und auf diese Weise wollen sie die Bindung zwischen Unternehmen und Kunden stärken, zu beiderseitigem Nutzen.

Die digitale Transformation wird auch 2016 weiter voranschreiten und wir hoffen, dass unsere Storytelling-Experten ein wenig Orientierung im digitalen Dschungel geben konnten.

Alle Interviews aus unserer Reihe “arvato im Gespräch: Storytelling-Experten im Interview” finden Sie unter folgenden Links:

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